Wie geht es unserem Fliessgewässer - was hat das mit mir zu tun?
Vollständiger BNE-Zyklus mit Exkursion
Eckdaten
- Stufen:
- Sek II
- Lektionen:
- 12–15
- Exkursion:
- Ja
- Jahreszeiten:
- Herbst, Frühling
Die Klasse untersucht die Qualität eines Fliessgewässers in ihrer Gemeinde – als vollständiger BNE-Zyklus von der Konfrontation über die Exkursion bis zur begründeten Handlung. Die Lernenden erheben Daten zur Lebensraum- und Wasserqualität (Ökomorphologie und Bioindikation), analysieren Einflussfaktoren, erstellen ein Systemdiagramm mit Rückkopplungsschleifen und handeln: Sie schreiben einen Brief an den Gemeinderat, laden eine Fachperson ein oder führen ein Planspiel durch. Die Daten werden über die WebApp Fliessgewässer erfasst und auf einer gesamtschweizerischen Gewässerkarte visualisiert.
Problemstellung: Fliessgewässer in der Schweiz sind vielfältigen Belastungen ausgesetzt – von Nährstoffeinträgen aus der Landwirtschaft über Mikroverunreinigungen bis hin zu Verbauungen und dem Klimawandel. Was hat das mit mir zu tun? Die Lernenden gehen dieser Frage entlang des vollständigen BNE-Zyklus nach: Zustand erfassen, Einflussfaktoren analysieren, Verantwortung erkennen, handeln.
Einbettung: Dieses Modul ist Teil des Lernangebots von GLOBE Schweiz und kann eigenständig durchgeführt werden. Es umfasst die BNE – von der Konfrontation bis zur Handlung und Reflexion. Die Module «Fliessgewässer erforschen» (Science Education) und «Fliessgewässer – Daten lesen und verstehen» (Data Literacy) fokussieren auf Teilaspekte und können ebenfalls eigenständig und separat durchgeführt werden.
L 1-2
Konfrontation und Hypothesen
L 3-4
Begriffe und Methoden
L 5-6
Erarbeitung 2
Exkursion
Halbtag
L 7
Einflüsse Systemdiagramm
L 8-9
Handeln (Brief/Dialog/ Planspiel)
L 10
Synthese und Reflexion
- Biologie · 1.1
- Auf Exkursionen Lebewesen und Ökosysteme beschreiben und untersuchen
- Biologie · 1.2
- Daten sammeln und wissenschaftlich darstellen
- Biologie · 1.3
- Bestehende Daten analysieren und bewerten; Wissensgewinnung reflektieren
- Biologie · 2.2
- Verknüpfung: Biodiversität als Indikator für den Zustand eines Ökosystems bewerten
- Biologie · 6.1
- Umweltfaktoren und Wechselwirkungen in Ökosystemen analysieren
- Biologie · 6.2 Anthropogene Einflüsse auf die Dynamik und Belastungsgrenze von Ökosystemen beurteilen
- Anthropogene Einflüsse auf die Dynamik und Belastungsgrenze von Ökosystemen beurteilen
- Geografie
- Naturräumliche Grundlagen: Gewässer als Lebensraum und Ressource analysieren
- Geografie
- Mensch und Umwelt: Anthropogene Einflüsse auf Gewässersysteme beurteilen
- Geografie
- Handlungsoptionen im lokalen und regionalen Kontext erörtern
- Transversale Bereiche
- BNE (Bildung für Nachhaltige Entwicklung) WP (Wissenschaftspropädeutik) DIG (Digitalität) ID (Interdisziplinarität) PB (Politische Bildung)
Die Lernenden können nach Abschluss des Moduls:
- Den Zustand eines Fliessgewässers anhand von Lebensraumqualität (Ökomorphologie) und Wasserqualität (Bioindikation) beurteilen und die Ergebnisse in Bezug auf die eigene Gemeinde einordnen.
- Überprüfbare Hypothesen (H0/H1) formulieren und diese systematisch mit den Felduntersuchungsergebnissen vergleichen.
- Anthropogene und natürliche Einflussfaktoren auf die Fliessgewässerqualität analysieren und in einem Systemdiagramm mit Ursache-Wirkungs-Beziehungen und Rückkopplungsschleifen darstellen.
- Den Zustand des untersuchten Fliessgewässers mit den gesetzlichen Anforderungen (GSchV, Art. 38a GSchG) in Beziehung setzen und Handlungsoptionen begründet erörtern.
- Eine begründete Handlung durchführen (Brief, Dialog mit Fachperson oder Planspiel) und deren Wirkungsmöglichkeiten und -grenzen reflektieren.
- Den Forschungsprozess hinsichtlich Validität, Reliabilität, Repräsentativität und methodischer Grenzen der Bioindikation kritisch reflektieren.
- Den eigenen Lernzuwachs dokumentieren und die persönliche Handlungsverantwortung im Kontext der Fliessgewässerqualität begründen.
Inhaltliche Mitwirkung
- Cornelia Grossen (Dissertation zum BNE-Modul, PH Luzern)
- Sebastian Stuppan (PH Luzern)
- Regula Brun (PH Luzern)
- Judith Lanka (PH Zürich)
- Gaétan Pheulpin (HEP BEJUNE)
- Gilles Blandenier (HEP BEJUNE)
- Aurèle Greiner (OS Leuk)
- Stefano Peduzzi (SUPSI/DFA)
- Alessio Carmine (SUPSI/DFA)
Redaktion
- Martina Brun
- Eric Wyss
Layout
- Sandrine Vicari
Institutionen
PH Luzern, PH Zürich, HEP BEJUNE und SUPSI